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Tag des offenen Denkmals 2019

Am Sonntag, den 8. September 2019, bietet der "Tag des offenen Denkmals" wieder interessierten Menschen die Möglichkeit, historische Bauten neu oder unter ungewohnten Aspekten kennen zu lernen. Auch Crailsheim beteiligt sich wieder mit einer Reihe von Kulturdenkmalen. Fachkundige Führungen geben Einblicke in historische Zusammenhänge und lenken den Blick auf Details, die sonst häufig verborgen bleiben.

Der zentral gelegene Sakralbau der Liebfrauenkapelle wird 1370 erstmals erwähnt und 1393 geweiht. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Kapelle durch den Einsatz der Bürgerschaft vor dem geplanten Abriss gerettet. 1945 im Zuge der Kämpfe um die Stadt ausgebrannt, wurde die Kapelle wieder errichtet und weist noch einige bauliche und künstlerische Elemente aus der Vorkriegszeit auf.

Die Führungen geben Einblicke in die Geschichte der Kapelle, erläutern deren heutige Innenausstattung und berichten von den Geschichten, die mit ihr verbunden sind.

Ort: Kapellengasse 1/Lange Straße
Geöffnet: 11-18 Uhr
Führungen: 12 und 16 Uhr

Liebfrauenkapelle

Der Alte Crailsheimer Friedhof, heute Ehrenfriedhof, war von 1546 bis 1901 Hauptbegräbnisplatz der evangelischen Crailsheimer Bevölkerung. Ursprünglich als Pestfriedhof angelegt wurde er 1579/80 mit einer Kapelle versehen und in den folgenden Jahrhunderten mehrfach erweitert. Seit 1959 ist sein östlicher Teil als „Ehrenfriedhof“ für die Opfer der Kämpfe um Crailsheim am Ende des Zweiten Weltkriegs ausgewiesen.

Die Rundgänge um 12 und 15 Uhr erläutern die historischen Bedingungen, die zur Anlage des Friedhofs führten, betrachten den Innenraum der Kapelle und einige der wertvollen Grabdenkmäler. Im Rahmen der Führung ist auch ein Blick in die Bibrasche Grabgruft möglich.

Ort: Schillerstr. 11/Alter Friedhofsweg
Geöffnet: 11-18 Uhr
Führungen: 11 und 15 Uhr

Innenraum der Gottesackerkapelle

Der 57 m hohe Rathausturm bildet zusammen mit der benachbarten Liebfrauenkapelle das bauliche Wahrzeichen der Crailsheimer Innenstadt. Der Turm in seiner heutigen, nach 1945 rekonstruierten Form geht auf einen Bau des Jahres 1717/18 zurück. Von seinem Turmkranz aus genießt man einen herrlichen Blick auf die Stadt Crailsheim und ihr Umland.

Seit der Sanierung des Rathaushauptbaus 2010 ist der Eingangsbereich des Turmes mit Freitreppe und Holzportal wieder dem historischen Zustand nachempfunden. Im Erdgeschoss des Turmes informiert eine Erinnerungsstätte an die Zerstörung der Stadt Crailsheim am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Ort: Marktplatz/Lange Straße
Führungen: 13 und 15 Uhr

Wiederbekrönung Rathausturm

Ursprünglich wohl der Bergfried einer der Stadt vorgelagerten Wasserburg wurde der Diebsturm bei der Stadterweiterung des 15. Jahrhunderts als nordöstlicher Eckturm in den Ring der Stadtbefestigung mit einbezogen. Wie sein Name belegt, wurde er auch als Gefängnisturm genutzt.

Zusammen mit dem rekonstruierten Teil des Wehrganges gibt der Diebsturm einen Eindruck von der Wehrhaftigkeit der alten markgräflichen Grenzstadt Crailsheim und erzählt gleichzeitig vom Umgang mit Straftätern in früheren Jahrhunderten. Seit April 2016 entführt eine audiovisuelle Installation im früheren Kerker den Besucher in die Zeit der Hexenprozesse in Crailsheim.


Ort: Ringgasse 5
Führungen: 14 und 17 Uhr

Diebsturm

Ab dem Jahr 1400 wurde Crailsheim von den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach zu einer Grenzbastion ausgebaut. Dazu erhielt die Stadt eine über 1.100 m lange, massive Stadtmauer mit Zwinger und Graben. Drei befestigte Stadttore sowie ein Dutzend Mauertürme dienten der Verteidigung der Stadt.
Einer der wenigen noch erhaltenen Mauertürme ist der Zeughausturm an der Grabenstraße/Jagststraße. Seinen Namen erhielt der Turm an der Westmauer der Stadtbefestigung von dem dahinter liegenden Zeughaus oder „Bauhaus“, dem Aufbewahrungsort für das städtische Kriegsgerät.

Der Turm ist am Denkmalstag frei zugänglich und beherbergt einen kleinen Dokumentationsfilm zur historischen Stadtbefestigung Crailsheims.

Ort: Jagststraße/Grabenstraße
Geöffnet: 11-18 Uhr

Zeughausturm

Dr. Helga Steiger: Rundgang "Crailsheimer Plätze"

"Moderne Umbrüche in Kunst und Architektur": Das Thema des diesjährigen Tags des offenen Denkmals scheint wie für Crailsheim ausgedacht. Durch die Zerstörung der gesamten Innenstadt in den letzten Kriegstagen 1945 bestand - je nach Sichtweise - die Not oder die Chance, eine Stadt mit einem völlig neuen Gesicht entstehen zu lassen. Viele Gebäude und Plätze der Stadt haben ihr Aussehen dadruch grundlegend geändert. An zentralen Orten wurden in den Jahrzehnten nach dem Krieg Gebäude und Kunstwerke errichtet, die teilweise in modernen Formen Bezug nehmen auf das Gewesene, teilweise völlig damit brechen.

Die Führung zu ausgewählten Orten in der Innenstadt bietet einen Blick auf das Vorher und das Nachher.

Beginn: 13 und 16 Uhr (Treffpunkt: Schlossplatz)

 

 

St. Bonifatiuskirche

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs, den der katholische Kirchenbau ohne große Schäden überstand, wurde eine grundlegende Renovierung diskutiert. Die Bausubstanz sollte eine notwendige Sanierung erfahren, der teilweise ungünstige Zuschnitt des Kirchenraums verbessert und sein Fassungsvermögen gesteigert werden. Man entschied sich schließlich für den Totalabriss des alten Kirchengebäudes und einen kompletten Neubau. Die von dem Schorndorfer Architekten Fritz Vogt geplante neue Bonifatiuskirche konnte 1966 eingeweiht werden.

Der moderne Kirchenbau war in seiner Gestaltung nicht unumstritten. Er erhält seine Bedeutung dadurch, dass in ihn die theologischen und liturgischen Neuerungen, die die katholische Kirche mit dem II. Vatikanischen Konzil erfuhr, architektonisch Eingang gefunden haben. Auch die Innenausstattung der Bonifatiuskirche ist überaus beachtlich. Sie schafft einen künstlerisch wertvollen, symbolisch aufgeladenen Kirchenraum.

Ort: Schillerstr. 26
Geöffnet: 11-18 Uhr
Führungen: 14 und 17 Uhr